Liebe Eltern,

Sie haben sich sicher schon manchmal gewundert, warum Sie nicht alle Seiten mit erotischen Inhalten frei betreten können.

Die Antwort ist ganz einfach – weil der deutsche Gesetzgeber es so will.

Nach deutschem Jugendschutzrecht, niedergelegt im Jugendschutzgesetz und im Jugendmedienschutz-Staatsvertrag nebst diversen Empfehlungen und Verordnungen, gelten bestimmte Inhalte als entweder entwicklungsbeeinträchtigend für Kinder und Jugendliche, oder sogar direkt jugendgefährdend, in jedem Fall also schädlich.

Und die Webmaster, die solche Inhalte ins Netz stellen, müssen nach Jugendschutzrecht Vorsorge tragen, dass Kinder und Jugendliche diese schädlichen Inhalte nicht zu sehen bekommen.

Zu diesen Inhalten zählen auch erotische Inhalte.

Solche Zugangsbeschränkungen aus Gründen des Jugendschutzes gibt es in zwei Stufen. Je nachdem, welche Inhalte konkret die entsprechenden Seiten enthalten, muss der Webmaster sie auf der entsprechenden Stufe schützen.

Da gibt es einmal die harmloseren erotischen Inhalte, die für Jugendliche ab 16 durchaus für angemessen und unschädlich angesehen werden und deshalb ab 16 frei sind.

Diese Kategorisierung bei den Internetseiten entspricht der Altersfreigabe bei Filmen durch die FSK, die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Eine Internetseite ab 16 entspricht einem Film mit der Kennzeichnung FSK 16.

Der Schutz von Kinder und Jugendlichen unter 16 Jahren vor diesen ab 16 Inhalten erfolgt über sogenannte Jugendschutzfilter.

Jugendschutzfilter sind Programme, die Internetseiten vorab prüfen und diese bei schädlichen oder möglicherweise schädlichen Inhalten für Kinder und Jugendliche unterhalb des erlaubten Altersrahmens sperren.

Bei den Filterprogrammen erfüllt der Webmaster seine Pflicht in Sachen Jugendschutz, indem er im Head der Seite deutlich macht, welche Inhalte auf der Internetseite enthalten sind. Dies geschieht unter anderem über sogenannte Label, die die Organisation ICRA (www.icra.org) zur Verfügung stellt.

Diese befassen sich mit allen jugendschutzrechtlich kritischen Inhalten wie Erotik, Sex, aber auch Gewalt, Nikotin- und Alkoholgenuss, Rassismus und Nazismus, Glücksspielen und anderem und geben genau an, ob und auf welchem Level eine Internetseite solche kritischen Inhalte enthält.

Damit der Jugendschutz insofern gewährleistet ist, bedarf es jedoch nicht allein einer solchen Aktivität der Webmaster dieser Seiten in Form einer Erstellung dieser Label, sondern auch der aktiven Mithilfe von Ihnen als Eltern.

Sie müssen auf einem Computer, der (auch) von Ihren Kindern genutzt wird, eine entsprechende Filtersoftware installieren und aktivieren.

Nur diese Filtersoftware kann die Label auslesen und die Seiten entsprechend sperren oder auch unabhängig von solchen Labeln Ihre Kinder vor schädlichen Internetinhalten schützen. Die Filtersoftware checkt vorher die Inhalte der Seite anhand der Altersvorgaben, die Sie dem Programm geben müssen, und sperrt dann alle Seiten, die für ein Kind oder einen Jugendlichen dieses Alters noch nicht gedacht sind.

Viele dieser Filterprogramme arbeiten neben den Labeln auch mit White Lists (erlaubte Seiten) oder Black Lists (verbotene Seiten). Solche Jugendschutzsoftware gibt es von diversen Anbietern.

Einen einfachen, kostenlosen Filter stellt meistens sogar schon Ihr Browser bereit; Sie müssen ihn nur aktivieren.

Andere Filterprogramme sind teils kostenlos, teils kostenpflichtig zu beziehen.

Einer der kostenlosen Jugendschutzfilter wird unter www.jugendschutzprogramm.de zur Verfügung gestellt. Downloaden und Installieren sind recht einfach und schnell erledigt, und danach sind Ihre Kinder geschützt.

Daneben gibt es die erotischen Inhalte, die für Kinder und Jugendliche generell als schädlich angesehen werden, zu denen also lediglich volljährige Personen Zugang erhalten dürfen. Dazu zählen auch die sogenannten pornografischen Inhalte, also Seiten, auf denen Erotik und Sex eine zentrale Rolle spielen.

Bei solchen Inhalten reicht der Einsatz eines Jugendschutzfilters nicht. Hier muss der Webmaster aktiv Sorge dafür tragen, dass wirklich nur volljährige Personen Zugang zu diesen Seiten erhalten.

Dies geschieht, indem vor dem Zugang eine Altersverifikation erfolgt, also eine Prüfung der Volljährigkeit, und zwar über sogenannte Altersverifikationssysteme oder abgekürzt AVS.

Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie einen Zugang zu bestimmten Seiten nur dann bekommen, wenn Ihr Alter überprüft worden und sichergestellt ist, dass Sie tatsächlich volljährig sind.

Diese Überprüfung kann beispielsweise per Postident erfolgen, wobei Sie ein Formular ausfüllen und Ihre Altersangaben in einer Postfiliale auf Korrektheit überprüft werden, oder durch einen Abgleich mit den Daten, die etwa bei der Schufa über Sie gespeichert sind.

Keine Angst – das verschafft Ihnen keine Nachteile, und es wird auch nicht Ihre Kreditwürdigkeit überprüft, sondern lediglich Ihr Alter.

Nachdem dieses verifiziert ist, dürfen Sie auch Seiten mit pornografischen Inhalten besuchen, wobei zusätzlich über die Ausgabe einer PIN-Nummer auch nach der Altersverifikation gewährleistet wird, dass nur Sie selbst diese Seiten betreten können. Mit dieser PIN-Nummer authentifizieren Sie sich bei jedem Login.

Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass diese PIN-Nummer auf keinen Fall in die Hände Ihrer Kinder gerät.


Zurück zur Startseite